Das Juwel ist der Titel meines Trauergedichtes zum Verlust der Mutter.

Werden Erinnerungen mit der Zeit weniger schmerzhaft sein, oder ist das nur reines Wunschdenken? Momentan sind sie wie scharfe Waffen, die Unruhe schüren und Traurigkeit nähren.

Wann wird der Schmerz nachlassen, die Tränen nicht mehr in Strömen fließen, die Luft zum Atmen wieder leicht und unbeschwert sein? Wie soll die Zeit das richten?

Eine frische Narbe wird verblassen, doch die Erinnerung wird niemals an Kraft verlieren. Können die schönen Erinnerungen aus der Kindheit, die letzten schweren Erinnerungen verdrängen? Wie soll ich den verzweifelten Ausdruck der Hoffnungslosigkeit aus ihren Augen vergessen? Sie wäre doch so gerne noch geblieben!

Trotzdem bin ich erleichtert, dass sie nicht mehr leiden und verzweifelt sein muss. Dankbar, dass ich sie die letzten Tage in ihrem Leben begleiten durfte. Dass sie mir vertraut hat und mir ihre Seele gezeigt hat, eine reine Seele voller Güte und Barmherzigkeit.

Sie hat mir die Kraft geschenkt zu Glauben an ein Leben nach dem Tod.

Das Juwel ist eine Narbe auf unserer Seele.

Wir werden reicher indem wir unsere Zeit mit anderern teilen, anderen eine Stütze sind, ihnen Hoffnung geben, wenn sie verzweifelt sind. Nicht das Geld macht uns reich, sondern dass was wir im Leben lernen.

Ich schreibe diesen Post um meine Trauer zu verarbeiten. Jedes Wort dass man zu Papier bringt, verliert irgendwann an Gewicht. Man entreißt es seiner Seele und schafft Platz für Neues. Zwar bleibt alles eingebrannt, aber man droht nicht mehr daran zu zerbrechen.

Wir sind seltsame Wesen. Wir tragen soviel in uns, soviele Schlüssel und Möglichkeiten. Die wenigsten von uns sind von Natur aus mutig. Ich bin es nicht, nur in Extremsituationen. Dann wenn ich weiß, es bleibt mir nichts anderes übrig. Kennst du das auch? Man wächst über sich hinaus, wenn man mutig ist. Alles geht leichter. Man ist nicht so verunsichert: Soll ich, soll ich nicht? Selbstzweifel stehen uns manchmal im Weg.

Man kann mehr als man glaubt. Darum sei mutig, schaue nach Vorne und trage deine Narben wie Juwelen, die jeder sehen kann. Es sind Juwelen, die nur dir gehören. Juwelen die dein Leben reicher machen.

Man kann die Zeit nicht anhalten, man kann sie aber erfüllt leben und Menschen helfen die in Not sind. Manchmal reicht schon ein einziges Wort, eine Geste, eine Berührung die nichts kostet. Seid mutig und helft denen die Hilfe brauchen. Spendet denen Trost die verzweifelt sind und helft denjenigen, die sich nicht selber helfen können.

In diesem Sinne, Euch ein wunderschönes Wochenende.

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