,,Der wunderschönste Traum der Welt” ist ein Gedicht zum Thema Tod.

Vor zwei Montaten starb meine Mama.

Ich war dabei und hielt ihre Hand. Es war im Esslinger Krankenhaus um die Mittagszeit. Als ich in der Früh ihr  Zimmer betrat, ahnte ich schon, dass es passieren würde. Sie war schweißgebadet. An den Fingernägeln waren blaue Ränder sichtbar. Die Schwester hatte ihr was gegen das Fieber gegeben. Ich tippte mit einer Hand die Nachricht ,,Sie stirbt” in mein Handy, um meiner Schwester Bescheid zu geben. Mit der anderen Hand hielt ich ihre Linke. Ich zögerte und drückte nicht auf Senden. Warum sollte ich jetzt schon meine Schwester zum Weinen bringen? Die Angst durfte ich mir nicht anmerken lassen. Die Angst sie zu verlieren. Ich würde selber losheulen und das durfte ich nicht. Meine Mama sollte sich keine Sorgen machen. Sie sollte keine Angst haben – vor dem Tod.

Ich hatte so sehr auf ein Wunder gehofft, hatte am Vortag so sehr um ein Wunder gebeten. Immer und immer wieder wünschte ich mir nur diese eine Sache, ein Wunder. Dieses Wunder geschah, aber anders als ich es mir ersehnt hatte. Sie durfte friedlich einschlafen, ohne Angst und ich durfte dabei sein. Durfte ihre Hand halten. Das war das Wunder, worum ich gebeten hatte. Auch wenn dieses Wunder mich traurig macht, es spendet gleichzeitig Trost.

Meine Schwägerin hatte, 46 Tage nach dem Tod meiner Mama, den wunderschönsten Traum der Welt.

Sie bekam einen Anruf und ging ans Telefon. Mutti war dran. Sie sagte: ,,Heinz, ich fahre nun unter einer Brücke ins Licht!” Worauf meine Schwägerin antwortete: ,,Gut Mutter, mach das!” Danach erwachte sie aus dem Traum, war hellwach und weckte sofort meinen Bruder. An Schlaf war nicht mehr zu denken.

Ist so eine Botschaft nicht wunderschön? Auch Jesus ist aufgefahren in den Himmel. Dieser Traum ist wie ein Wunder. Jesus gibt uns die Kraft, an ein Leben nach dem Tod zu glauben. Ist diese Botschaft das Vermächtnis meiner Mama an uns Kinder. Sie hat immer gesagt:,,Ich habe für meine Kinder gelebt.” Sie war immer sehr stolz auf uns alle. Nun wissen wir, dass es ihr gut geht. Sie fuhr ins Licht, in den Himmel!

Ich möchte nun all denen Mut machen, die um einen lieben Menschen trauern.

Der Tod ist nicht das Ende.

Der Tod bekommt nur die menschliche Hülle, aber die Seele eines guten Menschen darf er nicht behalten.

Es ist wichtig zu trauern. Es ist richtig, darüber zu reden. Man darf ruhig weinen und sich dem Schmerz hingeben. Man muss diesen Schmerz zulassen, um ihn zu verarbeiten. Es ist in Ordnung, dass ein jeder die Bühne hier auf Erden eines Tages verlässt, um etwas Neues anzufangen. Eines Tages sind wir selber dran. Mögen wir auch so friedlich einschlafen dürfen, wie meine Mama. Ohne Angst und ohne Bedauern.

Ich wünsche Euch eine gesegnete Zeit! Möge der wunderschönste Traum der Welt Euch die Angst vor dem Tod nehmen.

Eure Anke

 

Hier noch der Link zu meinem Abschiedsgedicht:

Abschiedsgedicht einer Tochter an die Mutter

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