Der Igel ist das Thema meiner heutigen Sprachfördereinheit.

Da wir keinen lebenden Igel haben, zeige ich den Kindern Bilder von Igeln. Ich erzähle ihnen, wo sie anzutreffen sind, was sie fressen und von wem sie gefressen werden. Wie sie sich vor Fressfeinden schützen und wie sie den Winter überleben, wenn der Boden gefroren ist und sie keine Insekten oder Obst finden.

So erfahren die Kinder, dass der Igel den Winter verschläft und er sich zur Kugel rollt, wenn er angegriffen wird. Gejagt wird er von Füchsen, Mardern, Dachse, Iltissen, Wildschweinen und auch von Uhus. Leider gehört der Mensch auch zu seinen Feinden. Viele werden von Autos überfahren, oder verenden weil sie Gifte über die Nahrung aufgenommen haben.

Die Igelkinder werden von der Mutter gesäugt und besitzen bei der Geburt ca. 100 weiche Stacheln, die sich dann verändern und vermehren. Ein ausgewachsener Igel kann bis zu 7000 Stacheln haben. Der Igel geht meist nachts auf die Jagd. Zu seiner Leibspeise gehören Regenwürmer, Schnecken, Spinnen, Käfer und andere Insekten. Obst frisst er nur, wenn er sonst nichts findet. Er sieht nicht so gut, dafür hat er ein gutes Gehör, einen hervorragenden Geruchssinn und ein gutes Gedächtnis.

Jetzt wollen wir einen Igel malen.

Die älteren Kinder nehmen Wasser- oder Fingerfarben, die Jüngeren Wachsmalkreiden.

Einige Kinder haben sich für einen orange-gelben Hintergrund und einen braunen Igel entschieden. Ihr könnt natürlich auch andere Farben nehmen!

Damit das Bild realistischer wirkt, haben die Kinder noch gepresste Blätter und Blüten aufgeklebt.. Oben sind die Bilder der Vorschulkinder, unten die der Vierjährigen.

Es ist Zeit für eine Geschichte.

Wir begeben uns unter den Tisch in die Märchenhöhle. Dort lese ich den Kindern die kleine Geschichte von Elke Bräunling vor. Gefunden habe ich sie auf www.elkeskindergeschichten.de.

Über diesen Link kommt Ihr direkt auf Ihre Seite!

So lautet die Geschichte:

Die kleine Waldmaus, der Igel und das süße Fest

Süße Früchte naschen, ist das nicht ein großartiges Fest?

Heute besuchten die kleine Waldmaus und der kleine Igel die Gärten der Menschen. Der Weg zur Menschenwiese und weiter zu den Gärten war so weit, dass die beiden Freunde nur selten dorthin wanderten. Heute aber, so hatte es die kleine Waldmaus erfahren, sollte dort so etwas wie ein Fest stattfinden. Das klang gut und aufregend. Welches Fest dort gefeiert wurde, wusste sie aber nicht. Eigentlich hatte die kleine Maus noch nie erfahren, was ein Fest war. Etwas zum Freuen etwa? Oder, noch besser, etwas zum Essen?
Ob der kleine Igel darüber Bescheid wusste, konnte die kleine Maus nicht sagen. Er tat zumindest so, weil er ein kluger kleiner Igel sein wollte.

„Wir sollten uns dieses Fest anschauen“, hatte er gesagt.

Ja, und das taten sie nun auch. Die Freunde schnauften ganz schön, als sie den großen Holzzaun, der die Gärten von der Wiese abgrenzte, erreicht hatten. Auf einem Stein vor dem Zaun machten sie Halt.
„Lass uns erst einmal hier ausruhen“, schlug der kleine Igel vor.
„Einverstanden.“ Die kleine Maus nickte. Ein müdes Auge konnte nicht gut sehen und eine müde Maus konnte nicht auf Sicherheit achten. Und die, so hatte Opa Maus ihr immer wieder eingeschärft, war für das Leben genauso wichtig wie Nahrung für den Bauch und Luft zum Atmen.
„Das ist wirklich ein guter Platz“, sagte der kleine Igel. „Und wie fein es hier duftet! Köstlich. Lecker. Fein. Hm?“
Die kleine Maus schnupperte und nickte. „Es riecht süß hier. Beerensüß.“
„Nein“, sagte der kleine Igel. „Erdig würzig. Hmhm. Riechst du es nicht?“

„Ich rieche süße, reife Früchte.“

Die kleine Maus schnupperte wieder und das, was ihre Nase sah, roch wirklich so lecker, dass ihr Magen knurrte. „Und ich rieche Hunger. Nein, falsch, ich habe Hunger.“
„Hunger? Oho. Hunger ist mein zweiter Name“, rief der Igel, der diesen Spruch mit dem ‚zweiten Namen‘ igelmäßig gut fand, seit er ihn irgendwo einmal gehört hatte. „Man sollte doch gleich einmal nachsehen, wo wir die Nahrung, die so wunderlockend duftet, finden.“
„Dort drüben, glaube ich!“ Die kleine Maus sprang auf und eilte dem Duft entgegen. Schnell schlüpfte sie unter dem Zaun in den Garten und da sah sie es, das wunderfeine Wunder. Zwetschgen lagen im Gras. Viele tiefblau glänzende Zwetschgen, die der Morgenwind vom Zwetschgenbaum gerüttelt hatte.

Was für eine Überraschung!

Und weil man vom Ansehen und Schnuppern allein nicht satt werden konnte, machte sie sich gleich über die Früchte her und tat für eine Weile nichts anderes als essen, essen, essen.
Damit aber war sie nicht alleine. Die Käfer und Maden, Larven, Schnecken, die Tausendfüßler, Ameisen und Spinnen hatten das süße Mahl ebenfalls entdeckt. Überall hockten sie mitten in den Zwetschgenfrüchten und aßen sich satt.
Und der kleine Igel? Um ehrlich zu sein, machte der sich nichts aus Obst. Eigentlich aß er davon nur, wenn sich nichts, aber auch wirklich gar nichts anderes zum Futtern finden ließ. Aber die Käfer und Maden und Larven, Schnecken, Tausendfüßler, Ameisen und Spinnen, die in den Zwetschgen saßen und sich daran gütlich taten, die standen auf Igelspeisekarten ganz oben als Leibspeise … und so wurde jeder satt an diesem Festtag.
Jetzt wusste die kleine Waldmaus auch, was ein Fest war. Beides nämlich: etwas zum Freuen und etwas zum Essen. Konnte es etwas Schöneres geben?

Da die Geschichte etwas lang ist, lese ich nur einige Passagen vor und erzähle sie lieber. Dann hören alle Kinder gespannt zu.

Nach dem Vorlesen, frage ich die Kinder, wie sie sich ein Fest vorstellen.

Was sollte es für sie zum Essen geben? Worüber hat sich die Maus gefreut und worüber der Igel? Wo haben sie das Essen gefunden? Können wir Menschen das Essen auch verzehren?

Nachdem auch die Fragen der Kinder beantwortet wurden, schlage ich vor ein kleines Picknick zu machen. Wir setzen uns auf eine Decke und essen gemeinsam von einem Obstteller.

Die Kinder benennen das Obst und zum Schluss spielen wir mit laminierten Kärtchen ein Kimspiel.

Wir haben einen Fuchs, einen Uhu, einen Regenwurm, eine Spinne, eine Nacktschnecke, einen Igel, eine Birne und eine Zwetschge zum Auswählen genommen. Je nach Alter der Kinder entscheidet man sich für 4-8 Kärtchen.

Wenn die Zeit es erlaubt, singen wir noch das Lied: ,,Igelchen, Igelchen! Schau mal ins Spiegelchen…” Hier der Text und der Link:

Igelchen, Igelchen … Liedtext

Igelchen, Igelchen schau mal ins Spiegelchen….Musik…Handbewegungen auf youtube

Ich wünsche Euch viel Spaß, Freude und einen schönen Herbst mit Kindern!

Eure Anke

Andere Themen: z.B.

Sprachförderung mit Kindern – Der Fuchs

Sprachförderung mit Kindern – Die Sonnenblume

Sprachförderung mit Kindern – Die Kastanie

Fensterbild Halloween

 

Herbst mit Kindern – Die kleine Hexe

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